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Irgendwann in grauer Vorzeit - es muss so um 1988 oder `89 gewesen sein, wurde mir mein erster 914ner als halbfertige Baustelle angeboten. Bis zu diesem Tag wusste ich noch nicht viel über den 14ner, aber als ich das Teil gesehen habe war mir klar - so was muss her. Die Kiste war wie Ihr auf den Bildern unschwer erkennen könnt mit dem GFK Bausatz von Kerscher umgebaut worden allerdings so stümperhaft und unprofessionell, dass einem das Auge tropfte. Die Kiste war mit gigantischen Spaltmaßen zusammengeschustert, teilweise geklebt mit GFK und teilweise genietet und geschraubt. Was nicht passte wurde auch nicht passend gemacht. Dazu noch ne ordentliche Portion millimeterdicke Spachtelmasse das ganze schön gefüllert im Regen geparkt ergab ein wundersames Eigenleben an der Außenhaut des Wagens. Leider gibt es darüber und auch ansonsten von der Umbauphase meines 1. Volksporsches keine Bilder.

Ich habe den Wagen damals zu einem Spotpreis erworben, das Tolle daran war dass der Vorbesitzer über 14.000 DM an Ersatzteilen und Werkstattrechnungen in den Wagen investiert hatte - die technische Substanz stellte also das krasse Gegenteil zur Optik des Wagens dar. Ich habe also den Wagen damals für 3.500 DM erstanden und bin mit der Baustelle vom Hof des Vorbesitzers ca. 25 KM zu mir nach Hause gefahren - es war ein geniales Gefühl.

Zuhause fand die Baustelle wenig Zustimmung von meiner Regierung - was ja zu erwarten war. Von nun an war Knechten angesagt, sollte doch die Kiste schnellstmöglich sauber dastehen und Asphalt unterm Profil haben. Das Projekt verschlang nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch der Bierumsatz beim nahegelegenen Getränkemarkt stieg rapide an da immer öfters Zaungäste auftauchten und mich mit guten Ratschlägen zutexteten. Ich habe damals den kompletten Umbausatz wieder demontiert, neu angepasst und fachgerecht mit nem speziellen Karosserie Kleber von der Fa. Lenk (bekannt durch die breiten Opel GT´s) wieder mit der Karosserie verklebt. Dadurch konnte ich sicher sein, dass sich später nach dem Lackieren keine Nieten oder Schrauben - die vom Vorbesitzer für die Befestigung vorgesehen waren - setzten würden und Risse oder Löcher im Lack verursachen würden.  Trotzdem muss ich heute sagen nachdem ich 3 von den 914nern in meinen Fingern hatte, würde ich nur noch Stahlverbreiterungen verwenden und die, wie bei meinem jetzigen komplett einschweisen - das gibt Ruhe für die Ewigkeit. Sicherlich ist es teurer und der Aufwand ist größer aber auch bei einem noch so harten Fahrwerk und nach über 15000 Kilometern gibt es bisher keinerlei Risse oder sonstige Mängel und man hat die ganze Arbeit auch nur einmal.


Tja, dass mit "original" bei dem Wagen natürlich nixmehr zu machen war ist ja klar aber darüber machte ich mir damals noch keinen Kopf. Das Teil sollte Spass machen - dafür wurde er gebaut.

Rote Koni`s sorgten für den richtigen Fahrbahnkontakt, vorne 225er auf 7" ATS, hinten 285er auf 9" ATS Felgen, ne 4-Rohr Ansa - was auch sonst? natürlich verwendete ich zum Unmut meiner geliebten Nachbarn die "ausgeräumte" Version der Auspuffanlage, (im nachhinein Sorry für die Nächte wo ich spät nach Hause gedonnert bin) noch zwei 40er Weber Doppelvergaser drauf und gut war`s. Mehr hat`s nicht gebraucht für jede Menge Spass mit der Kiste und mehr gab auch der deutlich schmaler gewordene Geldbeutel nichtmehr her.

Tja 1991 waren wir dann zu dritt in der Familie und kam wie es kommen musste - eine Trennung war angesagt. Ich habe also meinen ersten Porsche 914 2.0 Liter schweren Herzens aber mit viel Gewinn an seinen neuem Besitzer abgetreten. Eine Ära ging leider viel zu schnell zu Ende aber mir war klar, dass ich mir sobald es die Situation (und die Regierung) es zulässt wieder einen 914ner zulegen würde.

 
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